Khalil Gibran, libanesisch-amerikanischer Maler, Philosoph und Dichter (1883-1931)
Vertrauen ist ein Grundbedürfnis von uns Menschen, ebenso wichtig wie Luft, Licht, Nahrung
und Beziehung. Ohne Vertrauen in uns selbst und in unsere natürliche und menschliche
Umwelt können wir schlecht leben. Misstrauen und Angst vorm Scheitern, vorm Verlassen-
Werden, davor, angegriffen oder hintergangen zu werden, führen dazu, dass wir ständig
sprungbereit sind. Sie machen uns krank, übellaunig und gefährlich für unsere Umwelt.
Vertrauen wird in der frühen Kindheit im Umgang mit den engsten Bezugspersonen,
in der Regel den Eltern gelernt (siehe z.B.: Brisch K.H.| Bindungsstörungen. Von der Bindungs-
theorie zur Therapie, 2010). Je sicherer die Bindung ist, die Kinder zu ihren Bezugspersonen
aufbauen können, um so leichter fällt es ihnen im Erwachsenenalter, mit Nähe und Distanz
umzugehen. Sie können dann auch eher mit Situationen des Verlassenwerdens umgehen.
In einer Beziehungskrise wird die Bindungsfähigkeit der Partner auf die Probe gestellt.
Haben sie beide oder auch nur einer der Partner einen unsicheren Bindungsstil aus ihrer
Kindheits-Entwicklung mitgebracht, kommt es leicht zu einer Vertrauensstörung.
In Lebensberatung / Personal Coaching, sowie Paarberatung / Eheberatung wird nun
einerseits am Aufbau eines Vertrauen fördernden Verhalten und einer Vertrauen
fördernden Wahrnehmung gearbeitet. Man benutzt z.B. Wahrnehmungsübungen
und achtet auf die Selbststeuerung durch inneres Sprechen.
Andererseits wird versucht, die Entstehungsgeschichte des jeweiligen Bindungs-
musters aufzuklären, und seine Ausprägung in der inneren Auseinandersetzung mit der
Kindheit und den wichtigen Bezugspersonen zu korrigieren. Die geschieht durch Erlebnis
aktivierende Methoden, z.B. durch Arbeit mit dem Familienbrett.
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