Übertriebene Verlustangst quält meist Menschen, die in ihrer frühen Kindheit ein ungünstiges
Bindungsverhalten gelernt haben. Im Kontakt mit den engsten Beziehungspersonen
in der frühesten Kindheit, meist den Eltern, lernen wir, wie wir mit Nähe und Distanz und
mit Bindung, Freiheit und Vertrauen umgehen. Gelingt es in der Kindheit nicht, einen
„sicheren Bindungsstil“ zu entwickeln, besteht die Gefahr, dass wir als Erwachsene
ein gestörtes Bindungsverhalten zeigen. Übermäßige Verlustangst und Eifersucht
gehören dazu. Menschen, die als Kleinkinder nicht erlebt haben, sich auf ihre engsten
Bezugspersonen verlassen zu können, die deren Verhalten nicht sicher einschätzen
und vorhersagen konnten, haben auch im Erwachsenen Alter Schwierigkeiten sich in
Beziehungen sicher geliebt zu fühlen (Verlustangst) oder sich überhaupt auf Bindungen
einzulassen (Bindungsangst).
Beratung und Coaching bieten die Möglichkeit, neue, beziehungs-verträglichere Verhaltens-
weisen zu erlernen und einzuüben. Dazu geht man mit Hilfe erlebnisaktivierender
Methoden, z.B.mit Genogrammarbeit zur Herkunftsfamilie in Gedanken und mit seinen
Gefühlen in die Situation zurück, in der man das heute störende Verhalten gelernt hat.
Man kann dann zu neuen Bewertungen und neuen Verhaltensweisen kommen.
Parallel dazu übt man in der Beratung neue Sichtweisen und Verhaltensmöglichkeiten
ein, die einem helfen, die akuten Probleme zu bewältigen.
Den meisten Menschen gelingt es, so zu einem konstruktiven Bindungsverhalten
zu finden und ihre übertriebene Verlustangst und ihre Eifersucht zu überwinden.
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