Systemisch orientiert zu arbeiten ist keineswegs selbstverständlich. Viele meiner
Kolleginnen und Kollegen verfolgen andere Denkansätze, mit denen sie auch erfolgreich
arbeiten.
Mein Lebenslauf, mein Studium der Biologie und Psychologie haben mich zum Denken
in Netzwerken gebracht. In Netzen beeinflussen sich die enthaltenen Elemente gegenseitig.
Betalanffy und Maturana, die am Anfang der Entwicklung der Systemtheorie stehen,
waren Biologen, Luhmann hat die Systemtheorie in der Sozialwissenschaft bekannt gemacht.
Inzwischen ist es für mich zur zweiten Natur geworden, die Welt als großes Ganzes zu
betrachten, in dem jeder mit jedem, das Einzelne mit dem Ganzen verknüpft ist und alles
mit allem interagiert.
In der Systemischen Beratung, der Systemischen Familientherapie und dem systemischen
Coaching hilft diese Sichtweise, einzelne Menschen nicht als Ursache oder allein verant-
wortlich für Probleme zu betrachten, unter denen sie und ihre Umgebung leiden.
Vielmehr fällt der Blick auf das Zusammenwirken aller bei der Entstehung und Aufrecht-
erhaltung des Problems. Lösungswege ergeben sich, wenn man die positiven Synergie-
Möglichkeiten Richtung Verbesserung sucht und stützt. Systemische Beratung und
Systemisches Coaching sind lösungsorientiert. Sie stärken die Kompetenz und Autonomie
des Klientensystems.
Systemische Ansätze finden sich auch in heutigen Wirtschafts- und Finanztheorien.
Rufen Sie an (06703 / 960830), benutzen das Kontaktformular, schreiben eine E-Mail.
Für Interessierte hier noch ein kurzer Theorie -Abriss:
Systemische Beratung und Systemisches Coaching sind der Prozesse der professionellen Interaktionen zwischen Coach und Klient beziehungsweise Klientensystem mit dem Ziel der Veränderung. Um welche Veränderung es sich dabei handelt, hängt von der Zielsetzung des Klienten beziehungsweise des Klientensystems ab.
Coaching und Beratung sind professionelles Handeln, dabei kommt es zu einer Beziehung zwischen Coach und Klient, die zeitlich-örtlich begrenzt ist. Systemisches Coaching und Beratung sind Interaktion, Begegnung, Austausch mit einem Klienten, einem Klientensystem. Coach und Klient begegnen sich in der Beratung an ihrer jeweiligen Grenze. Innerhalb der eigenen Grenze sind sie selbstbestimmt und selbstorganisiert (Autopoiesis, Maturana). Beide verändern sich dabei, „es sei denn, sie haben Charakter! (Fritz Perls)“
Beratung und Coaching ereignen sich in einem Prozess. Das heißt es handelt sich um ein in der Zeit verlaufendes Geschehen, in dem sich Klient beziehungsweise Klientensystem in einem zirkulären Prozess von Akkomodation und Assimilation (Piaget) den selbst gesteckten Zielen annähern. Akkomodation wird durch das Erlebnis des Ungleichgewichts zwischen der erlebten Realität und den eigenen Wünschen und Zielen ausgelöst. Der Organismus, z.B. der Mensch, versucht sich in seiner Wahrnehmung, seinem Denken, Wollen und Handeln so zu verändern, dass das von ihm erlebte Ungleichgewicht aufgehoben wird, er passt sich an. Es entsteht ein neues kognitives Schema. In der darauf folgenden Phase der Assimilation wird der Organismus sein Verhältnis zu der ihn umgebenden Realität entsprechend dem neuen Schema gestalten. Durch seine Wahrnehmung passt er die Umwelt seinem kognitiven Schema an. Erst wenn die Dissonanz zwischen Wahrnehmung, Zielen und Realität zu groß wird, kommt es zu einer neuen Phase der Akkomodation.
Auch die Beziehung zwischen Berater oder Coach auf der einen Seite und dem Klienten beziehungsweise dem Klienten-System auf der anderen Seite unterliegt diesem dynamischen Prozess. Sie verändert sich, gewinnt an Qualität und Intensität und endet mit der Erreichung des vorgegebenen Coachingzieles.
Die Aufgabe des Coaches, des Beraters ist es, den Prozess anzuregen und zu begleiten. Wie oben gesagt ist der Beratungsprozess zielgerichtet, das Ziel bestimmt der Klient beziehungsweise das Klientensystem. Dabei ist es die Aufgabe des Beraters,des Coachs, den Klienten bei der Zielfindung und Zielformulierung zu unterstützen und auf die Einhaltung des festgesetzten Zieles zu achten.
Systemische Beratung und Systemisches Coaching sind von systemischem Denken bestimm. Im vergangenen Jahrhundert wurde das Denken in linearen Kausalitätsketten zunehmend durch die Annahme zirkulärer Bedingungsgefüge abgelöst. Außerdem
vollzieht sich Systemisches Denken in einer Mehrzahl von Dimensionen (möglichst gleichzeitig! ):
Die Abkehr vom Denken in linearen Beziehungen hin zum Denken in zirkulär agierenden und vernetzten Beziehungen vollzog sich unabhängig voneinander in verschiedenen Wissens-und Handlungsbereichen nahezu zeitgleich Mitte des 19. Jahrhunderts. In der Kosmologie, Meteorologie und der Chaosforschung sind Pointcaré, Lorenz und Mandelbrot zu nennen. In der Biologie haben Charles Darwin und Jean-Henri Fabre die Grundsteine gelegt. Es folgten Jacob Johann v. Uexküll, Humberto Maturana und Karl Ludwig von Bertalanffy. Einige wichtige Namen aus den Sozialwissenschaften sind Kurt Levin, Fritz Perls, Gregory Bateson, Virginia Satir, Maria Selvini Palazzoli, Paul Watzlawick, Salvador Minuchin und Niklas Luhmann. Auch im Bereich der Technik und der Wirtschaftswissenschaften setzte sich systemisches Denken durch.
In den letzten Jahren ist „systemisch“ zu einem Modebegriff verkommen. Viele Anbieter in der Beratungsszene benutzen den Begriff „systemisch“, um ihre Angebote seriöser und aktueller erscheinen zu lassen.
Systemisches Denken ist Denken in Beziehungs- bzw. Wirkungs-Netzen.Im systemischen Denken werden die Wirk-Zusammenhänge in mehreren Dimensionen,die senkrecht aufeinander stehen, gleichzeitig beachtet. Entlang der Zeitachse werden Geschichte, Gegenwart und Zukunft in die Überlegungen einbezogen. In der Breite geht es um Personen, Familie, Gemeinwesen und Staat. In der Tiefe wird das Ineinander-Wirken von Mensch, Organ, Zelle, Molekül beachtet. Dabei ist der Betrachter, in unserem Falle der Coach, immer Teil des Systems. Das heißt dass alle Vorgänge in dem Gesamtsystem auch ihn beeinflussen. Er sieht auch immer nur einen Teil des Gesamten und beeinflusst seinerseits das Gesamtsystem. Je nach Standpunkt in Ort und Zeit ergeben sich unterschiedliche Perspektiven, Bilder und Hypothesen.
Da es sich bei sozialen Systemen immer um offene Systeme handelt, gilt der Grundsatz der „operationalen Geschlossenheit (Luhmann)“ und der „Autopoiesis (Maturana)“. Daraus folgt, dass Systeme weder von außen noch von innen gezielt beeinflusst werden können. Als offene Systeme interagieren sie zwar untereinander, ihre innere Ordnung erhalten sie jedoch selbständig aufrecht. Dabei streben sie nach Aufrechterhaltung eines inneren Gleichgewichts. Ereignisse im Umfeld von Systemen (z.B.: die Interventionen von Fachkräften) können Wirkung in Richtung „richtig“, in Richtung „falsch“ oder aber keine Wirkung zeigen. Auch kleinste „Ursachen“ können dramatische Folgen haben. Als Beispiel sei der Lorenz zugeschriebene Schmetterlings-Effekt genannt:
„Does the flap of a butterfly's wings in Brazil set off a tornado in Texas?"