Ob wohl jede Beziehung einzigartig ist, also auch jeder Beratungsfall für sich betrachtet
werden muss und individuelle Behandlung verlangt, lassen sich doch einige typische
Muster für die Entstehung von Paarkonflikten, Ehekrisen und Ehestreitigkeiten beschreiben.
Viele Paare in unserer Kultur, insbesondere junge Paare, beginnen ihr Zusammenleben
damit, dass sie sich gleichzeitig intensiv um ihre jeweiligen Karrieren kümmern, ein Haus
für die zukünftige Familie bauen oder umbauen und sehr bald auch ein Kind haben.
Diese Belastung halten sie in der Regel einige Jahre scheinbar durch, ohne zu merken,
dass sie sich in einer Situation der Überforderung befinden. Schleichend zeigt ihre Beziehung
Risse. Sie investieren keine Zeit mehr in die Paarbeziehung, sie streiten, vernachlässigen
sich gegenseitig, suchen Zärtlichkeit und Nähe in Außenbeziehungen.
Dieses Muster lässt sich relativ leicht aufdecken und verändern, in dem das Paar lernt,
seiner Paarbeziehung Priorität einzuräumen und Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.
Wir gehen alle davon aus, dass das, was wir ausdrücken wollen, auch so verstanden
wird wie wir das beabsichtigen. Leider ist das nicht der Fall. Je unklarer eine Situation ist
und je höher die Spannung zwischen den Beteiligten, umso größer ist die Gefahr eines
Missverständnisses. Wir hören nicht das, was unser Kommunikationspartner uns sagen
wollte, sondern das, was wir erwarten, was er sagen würde. So entstehen eskalierende
Kommunikationen, aus der man am ehesten durch die Einschaltung eines Dritten,
zum Beispiel eines Beraters wieder herauskommt.
"Beliebt" sind auch komplementäre Streitstrategien, die zueinander passen wie die sprich-
wörtliche Faust aufs Auge. Ein Beispiel ist der Partner, der gerne und leicht kritisiert
und sich "zufällig" einen Partner/eine Partnerin gewählt hat, der/die dazu neigt, sich beleidigt
zurückzuziehen.
Da solche Muster leicht aufzudecken und auch sehr einleuchtend sind, ist es in der Regel
nicht allzu schwierig, sie durch konstruktivere Streitmuster zu ersetzen, die dann natürlich
eingeübt werden müssen.
Sehr häufig haben Menschen, die Beziehungs-Problemen haben, in ihrer Kindheit
ein Bindungsmuster gelernt, das es ihnen schwer macht, selbstsicher und vertrauensvoll
in engen Beziehungen zu leben. Wenn sie als Kleinkinder das Gefühl hatten, sich nicht
auf ihre engsten Bezugspersonen verlassen zu können, wenn sie deren Verhalten
nicht sicher einschätzen und vorhersagen konnten, haben sie auch im Erwachsenen
Alter Schwierigkeiten sich in Beziehungen sicher geliebt zu fühlen (Verlustangst) oder sich
überhaupt auf Bindungen einzulassen (Bindungsangst). Aber auch Bindungsstörungen
lassen sich in Beratung aufdecken und verändern.
Weitere Fragen beantworte ich gerne!
Rufen Sie an (06703 / 960830), benutzen das Kontaktformular,
oder schreiben eine E-Mail.