Paare, die sich geliebt haben, sind sich fremd geworden. Wo Vertrauen herrschte,
gibt es nun Zweifel und Irritation. Wo nur Positives war, wird nun das Negative gesehen.
Die Frage in dieser Situation ist: "Gibt es einen Weg zurück?"
Zunächst einmal, wie kommt es, dass Menschen, die sich liebten, in der Entfremdung landen?
Wenn Paare sich finden, ist ihr Körper, d.h. auch ihr Gehirn von Glückshormonen überschwemmt.
Sie sind „verrückt“ vor Liebe! In diesem Zustand sind sie blind für die Schwächen und
Fehler, die der geliebte Mensch natürlich, neben allen liebenswerten Eigenschaften, auch hat.
Dieser Zustand des Verliebtseins hält einige Zeit an, bis sich der Alltag langsam einstellt und die
Schattenseiten zu Tage treten.
Dann folgt eine Phase, in der die Partner versuchen, sich gegenseitig so umzuerziehen,
wie sie sich die Geliebte, den Geliebten wünschen, der / die doch so viele geliebte Eigenschaften
hat. Wie zu erwarten geht das schief! Danach wird es spannend.
Einigen Paaren gelingt es, den geliebten Menschen so zu akzeptieren und zu lieben,
wie er / sie ist. Sie werden lange und zufrieden zusammen leben.
Andere Paare verzweifeln an der selbst gestellten Aufgabe der Umerziehung. Sie geben dem
Partner, der Partnerin die Schuld am Misserfolg. Die Schattenseiten werden verschärft
wahrgenommen, die liebenswerten Eigenschaften verblassen, Entfremdung stellt sich ein.
Suchen die Partner gleich zu Beginn dieser Phase der Enttäuschung und Entfremdung
Paarberatung oder Eheberatung, ist eine Umkehr des Prozesses gut möglich. Oft muss es aber
erst zu Streit oder zu einem Seitensprung kommen, ehe die Notwendigkeit fremder Hilfe
gesehen wird. Finden sich Paare mit dem Zustand der Entfremdung ab und leben einfach in
Parallelwelten, ist die Prognose für einen Neubeginn schlecht. Eine konstruktive Trennung ist
dann oft die bessere Lösung.
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